Billy Graham: Technology, faith and human shortcomings

Übersetzung: Wolf Ruschke Lektorat: Tammy Bohn Sie können sich sicher vorstellen, wie sehr ich mich hier als Geistlicher fehl am Platze fühle Ich fühle mich hier wie ein Fisch auf dem Trockenen oder ungefähr wie eine Eule ohne Luft (Lachen) Vor einiger Zeit habe ich eine Predigt in San Jose gehalten und mein Freund Kvamme, der dabei half, mich dieser Konferenz vorzustellen, brachte mehrere Firmenchefs und Geschäftsführer von einigen der Gesellschaften hier im Silicon Valley mit, um mit mir zu frühstücken, oder ich mit ihnen Das war sehr anregend für mich Es war für mich eine so aufschlussreiche Erfahrung, sie darüber reden zu hören, welch neue Welt dank Technologie und Wissenschaft entstehen wird Ich weiß, dass sich diese Konferenz ihrem Ende zuneigt, und einige von Ihnen weden sich vielleicht fragen, warum jetzt ein Redner aus dem religiösen Bereich an der Reihe ist Das kann Richard beantworten, denn der hat diese Entscheidung getroffen Vor einigen Jahren stand ich in einem Aufzug in Philadelphia, und fuhr nach unten Ich sollte auf einer Konferenz in einem Hotel sprechen Und in dem Aufzug sagte ein Mann: “Ich habe gehört, dass Billy Graham in diesem Hotel ist.” Und ein anderer Mann blickte in meine Richtung und sagte: “Ja, da ist er, hier neben uns im Aufzug.” Und der erste Mann sah mich von oben bis unten an, so ungefähr zehn Sekunden lang, und sagte dann: “Mein Gott, was für eine Enttäuschung!” (Lachen) Hoffentlich werden Sie die folgenden Augenblicke mit mir hier nicht ebenfalls als Enttäuschung empfinden nach all diesen tollen Reden, die Sie bis jetzt gehört haben und die noch folgen werden und die auch ich mir noch alle anhören will Vor einigen Jahren saß ich in einem Flugzeug auf dem Weg zur Ostküste, und der Mann in der Reihe neben mir war der Bürgermeister von Charlotte, North Carolina Sein Name war John Belk. Einige von Ihnen kennen ihn wahrscheinlich Und dann gab es da einen Betrunkenen an Bord, der zwei- oder dreimal von seinem Sitzplatz aufstand und alle Leute damit störte, dass er immer versuchte, die Stewardess zu betätscheln und im Vorbeigehen zu kneifen Alle waren empört über ihn Da sagte schließlich John Belk: “Wissen Sie eigentlich, wer hier neben mir sitzt?” Und der Mann sagte: “Nein, wer denn?” Und John sagte: “Das ist Billy Graham, der Prediger.” Un der Mann sagte: “Was Sie nicht sagen!” Und dann wandte er sich an mich und sagte: “Die da steht auf mich! Bestimmt haben mir Ihre Predigten geholfen.” (Lachen) Und ich nehme an, dasselbe trifft auf Tausende von Leuten zu (Lachen) Ich weiß nach dem, was wir hier gerade von der Zukunft gesehen und gehört haben, dass ich gern in jener Zeit leben würde und sehen würde, wie sie aussehen wird Aber das wird nicht geschehen, denn ich bin 80 Jahre alt; dies ist mein 80stes Lebenjahr, und ich weiß, dass meine Zeit knapp wird Zur Zeit habe ich in beiden Beinen eine Venenentzündung, das ist auch der Grund, warum ich nach hier oben ein bisschen Hilfe nötig hatte, zumal ich die Parkinsonsche Krankheit noch zusätzlich habe, und ein paar andere Probleme, über die ich gar nicht reden will (Lachen) Es ist nicht das erste Mal, dass wir eine technische Revolution erleben Wir hatten schon andere Über eine davon will ich hier erzählen Innerhalb einer Generation erlebte das Volk Israel einen gewaltigen, dramatischen Wandel, der es zu einer großen Macht im Nahen Osten machte Ein Mann namens David kam auf den Thron, und König David wurde einer der großen Führer

seiner Generation Er war eine erstaunliche Führerpersönlichkeit Er hatte die Gnade Gottes auf seiner Seite Er war ein hervorragender Dichter, Philosoph, Schriftsteller und Soldat, mit Strategien im Krieg und in Konfliktsituationen, von denen wir bis zum heutigen Tage lernen Aber schon zwei Jahrhunderte vor David hatten die Hettiter das Geheimnis entdeckt, wie man Eisen schmelzt und bearbeitet, und dieses Fachwissen verbreitete sich nur langsam Aber man gestattete den Israelis nicht, darüber Nachforschungen anzustellen oder es sich gar anzueignen Mit David aber änderte sich das, er brachte die Eisenzeit nach Israel Die Bibel sagt, dass David große Vorräte an Eisen anlegte, die von Archäologen inzwischen gefunden wurden, so dass es im heutigen Palästina Zeugnisse von dieser Generation gibt Anstelle von einfachen Werkzeugen, die aus Stöcken und Steinen bestanden, hatte Israel jetzt eiserne Pflüge und Sicheln und Hacken und Kriegswaffen Im Laufe einer einzigen Generation veränderte sich Israel vollkommen Die Einführung des Eisens hatte eine enorme Wirkung, ein bisschen so wie der Mikrochip für unsere Generation Und David erkannte, dass es eine Menge Probleme gab, die die neue Technik nicht lösen konnte Viele Probleme blieben bestehen Und sie bestehen immer noch, und wir haben sie immer noch nicht gelöst, und darüber habe ich hier heute noch niemanden reden hören Wie lösen wir die folgenden drei Probleme, die ich hier zur Sprache bringen will? Das erste Problem, das David erkannte, war das Böse im Menschen Woher kommt es? Wie beseitigen wir es? Immer wieder beschreibt David in den Psalmen, von denen Gladstone ja sagte, sie seien das großartigste Buch der Welt, all die Übel der Menschheit Und trotzdem sagt er: “Gott heilt meine Seele.” Haben Sie je darüber nachgedacht, wie widersprüchlich wir sind? Auf der einen Seite erforschen wir die tiefsten Geheimnisse des Universums und erweitern die Grenzen der Technik enorm, wie ja auch diese Konferenz hier lebhaft demonstriert Wir haben in die Tiefsee gesehen, drei Meilen tief, oder in Milchstraßen, die Milliarden von Jahren entfernt in der Zukunft liegen Auf der anderen Seite aber stimmt da etwas nicht Unsere Kriegsschiffe, unsere Soldaten stehen jetzt dicht davor, in den Krieg zu ziehen gegen Irak Wie kommt es dazu? Warum kommt es in jeder Generation zu solchen Kriegen, und das überall auf der Welt? Warum kommt es zu Revolutionen? Wir können nicht friedlich miteinander auskommen, noch nicht einmal in unseren eigenen Familien Wir befinden uns in der lähmenden Gewalt selbstzerstörerischer Gewohnheiten, aus denen wir nicht ausbrechen können Rassismus und Unrecht und Gewalt beherrschen unsere Welt und führen zu tragischem Leid und Tod Selbst die Erfahrendsten unter uns scheinen machtlos, diesen Teufelskreis zu durchbrechen Ich würde es gern sehen, wenn sich “Oracle” einmal der Sache widmete Oder wenn irgendwelche anderen technologisch klugen Köpfe sich einmal damit beschäftigten Wie verändern wir den Menschen so, dass er nicht mehr lügt und betrügt und unsere Zeitungen nicht voll sind mit Geschichten von Betrügereien im Geschäfts- oder Arbeitsleben oder im Sport oder sonstwo? Die Bibel sagt, das Problem liegt in uns, in unserem Herzen und unserer Seele Unser Problem ist, dass wir uns von unserem Schöpfer getrennt haben, von dem, was wir Gott nennen, und dass unsere Seelen geheilt werden müssen, und das kann nur Gott tun Jesus sagt: “Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken: Mord, Unzucht, Diebstahl, Falschaussagen, üble Nachrede.” Der britische Philosoph Bertrand Russell war eigentlich kein religiöser Mensch, aber er sagte: “Das Böse liegt in unsrem Herzen,

und aus dem Herzen muss es auch wieder herausgerissen werden.” Albert Einstein – ich unterhielt mich gerade mit jemanden, als ich in Princeton eine Rede hielt, und da traf ich Herrn Einstein Er hatte keinen Doktortitel, weil er der Ansicht war, dass niemand qualifiziert genug sei, ihm einen zu verleihen (Lachen) Und er traf folgende Feststellung Er sagte: “Es ist leichter Plutonium zu verändern, als das Böse im Menschen zu verändern.” Und ich bin sicher, viele von Ihnen hier haben ebenfalls darüber nachgedacht und darüber gerätselt Es gibt Leute, die nutzen die technischen Fortschritte, zum Beispiel die des Internets, von denen wir heute Abend gehört haben, und verwandeln sie in etwas Schädliches Es gibt geniale Menschen, die Computer-Viren entwickeln, die ganze Systeme zum Absturz bringen Das Bombenattentat von Oklahoma beruhte auf einfacher Technik, die allerdings auf schreckliche Weise eingesetzt wurde Das Problem ist nicht die Technik Das Problem sind diejenigen, die sie anwenden König David hat gesagt, er kenne die Abgründe seiner eigenen Seele Er konnte sich nicht selbst von seinen persönlichen Problemen und seinen persönlichen Übeln befreien, zu denen auch Mord und Ehebruch gehörten Dennoch bemühte sich König David um Gottes Vergebung und sagte: “Du kannst meine Seele heilen.” Die Bibel lehrt uns also, dass wir mehr als nur Körper und Geist sind Wir sind eine Seele Und es gibt etwas in uns, das unser Verstand nicht begreifen kann Das ist der Teil in uns, der sich nach Gott sehnt – oder nach mehr als dem, was wir in der Technik finden Unsere Seele ist der Teil von uns, der sich nach einem Sinn im Leben sehnt und der nach dem verlangt, das über dieses Leben hinausgeht Es ist der Teil von uns, der sich wahrhaftig nach Gott sehnt Ich habe bemerkt, dass die jungen Leute überall auf der Welt nach etwas Bestimmtem suchen Sie wissen nicht, was es ist. Ich halte an vielen Universitäten Reden, und ich gebe dann oft die Gelegenheit, mir Fragen zu stellen, ganz gleich ob in Cambridge oder Harvard oder Oxford – an all diesen Universitäten habe ich Vorträge gehalten Nach Harvard werde ich in ungefähr drei oder vier – nein, in ungefähr zwei Monaten fahren, um dort eine Vorlesung zu halten Und da werde ich wieder dieselben Fragen gestellt bekommen wie schon die letzten Male, als ich dort war Und es wird um diese wenigen Fragen gehen: Woher komme ich? Warum bin ich hier? Wohin gehe ich? Worum geht es im Leben? Weshalb bin ich hier? Selbst dann, wenn man keiner Konfession angehört, kommt es vor, dass man darüber nachdenkt, dass es da noch etwas anderes gibt Auch Thomas Edison hat gesagt: “Wenn man all das betrachtet, was in der Welt der Wissenschaft und im Universum geschieht, dann kann man nicht leugnen, dass es da einen Kapitän auf der Kommandobrücke geben muss.” Ich erinnere mich noch daran, wie ich einmal neben Frau Gorbatschow saß, es war bei einem Essen im Weißen Haus Ich ging zu Botschafter Dobrynin, den ich sehr gut kannte, ich war nämlich mehrmals im kommunistischen Russland gewesen und man hatte mir erfeulich viel Freiheit gelassen, was ich gar nicht erwartet hatte Daher kannte ich also Dobrynin sehr gut, und ich sagte, “Ich werde heute Abend neben Frau Gorbatschow sitzen Worüber soll ich denn mit ihr reden?” Seine Antwort hat mich überrascht Er sagte: “Sprechen Sie mit ihr über Religion und Philosophie Das ist etwas, wofür sie sich wirklich interessiert.” Ich war etwas überrascht, aber an jenem Abend sprachen wir tatsächlich darüber, und es war ein sehr anregendes Gespräch Und anschließend sagte sie: “Ich bin zwar Atheistin, aber ich weiß, dass es da oben etwas gibt, das größer ist als wir Das zweite Problem, bei dem König David klar wurde, dass er es nicht lösen konnte, war das Problem des menschlichen Leids Hiob hat das älteste Buch der Welt geschrieben und gesagt: “Der Mensch wird so unausweichlich in die Sorge hineingeboren wie Feuerfunken nach oben fliegen.” Gewiss hat die Wissenschaft einiges getan, um bestimmte Formen menschlichen Leids zurückzudrängen Aber ich bin ich werde in ein paar Monaten 80 Jahre alt sein Und ich gebe zu, dass ich dankbar bin für all den medizinischen Fortschritt, der mich relativ gesund gehalten hat über all die Jahre hinweg Meine Ärzte an der Mayo-Klinik haben mir dringend abgeraten, diese Reise hierher zu dieser Veranstaltung zu machen Ich habe schon seit vier Monaten keine Rede mehr gehalten Und wenn man nur so wenig wie ich spricht, drei-, viermal am Tag, dann rostet man ein Deshalb brauche ich auch dieses Podest hier und diese Notizen Immer wenn Sie mich im Fernsehen oder sonstwo reden hören, dann spreche ich aus dem Stegreif Ich lese nicht vor. Ich lese meine Rede nie ab Ich lese nie eine Rede oder einen Vortrag oder eine Vorlesung ab Ich rede frei

Heute Abend aber habe ich ein paar Notizen dabei, damit ich dann, wenn ich nicht weiter weiß, und das passiert mir jetzt manchmal, etwas habe, an das ich mich halten kann Sogar hier bei uns, in der fortschrittlichsten Gesellschaft der Welt, gibt es Armut Es gibt Familien, die sich selbst zerstören, Freunde, die uns verraten Unerträgliche psychische Belastungen drücken uns nieder Ich bin auf der ganzen Welt noch nie jemandem begegnet, der kein Problem oder keine Sorge gehabt hätte Warum leiden wir? Das ist eine uralte Frage, auf die wir noch keine Antwort haben David jedoch hat immer wieder gesagt, dass er sich an Gott gewandt hat Er hat gesagt: “Der Herr ist mein Hirte.” Das letzte Problem, das David nicht lösen konnte, war der Tod Viele Bibelkommentatoren haben gesagt, der Tod sei in unserer Generation ein Tabu Die meisten Leute leben so, als würden sie niemals sterben Die moderne Technik gaukelt uns vor, unsere Sterblichkeit lasse sich überwinden Wir sehen Menschen auf der Leinwand Marilyn Monroe ist auf der Leinwand noch genauso schön, wie sie in Wirklichkeit war, und viele jüngere Menschen glauben, sie sei immer noch am Leben Sie wissen nicht, dass sie schon tot ist Oder nehmen Sie Clark Gable oder wen auch immer Die alten Filmstars. Sie werden wieder zum Leben erweckt Und sie sind im Film genauso großartig, wie sie in Wirklichkeit waren Aber der Tod ist unausweichlich Vor einiger Zeit habe ich vor einer Gemeinsamen Sitzung des Kongress’ gesprochen Wir versammelten uns in dem einen Raum, dem Statuen-Saal, und es waren ungefähr 300 Leute da Und ich sagte: “Es gibt etwas, das uns alle verbindet, uns alle hier zusammen, egal ob Republikaner oder Demokraten oder sonst jemanden.” Ich sagte: “Wir alle werden sterben Das verbindet uns mit all diesen berühmten Männern der Vergangenheit, die hier auf uns herunterblicken.” Für junge Leute ist es oft schwer, das zu verstehen Es ist für sie schwer zu verstehen, dass sie sterben werden Wie schon der alte Prediger Salomo schrieb, außerhalb des Himmels gibt es alle möglichen Aufgaben Es gibt eine Zeit zum Geborenwerden, und es gibt eine Zeit zum Sterben Ich habe am Sterbebett so manch berühmter Menschen gestanden, die auch Sie kennen Ich habe mit ihnen gesprochen Ich habe sie in jenen qualvollen Augenblicken erlebt, in denen sie zu Tode erschrocken waren Und trotzdem war ihnen ein paar Jahre zuvor der Tod nie in den Sinn gekommen Erst vergangene Woche sprach ich mit einer Frau, deren Vater ein berühmter Arzt war Sie sagte, er habe nie an Gott gedacht, nie über Gott gesprochen, nicht an Gott geglaubt. Er sei Atheist gewesen Aber, sagte sie, als es ans Sterben ging, habe er sich eines Tages auf die Bettkante gesetzt und die Krankenschwester gefragt, ob er einen Geistlichen sprechen könne Er sagte, er habe zum ersten Mal in seinem Leben über das Unausweichliche nachgedacht und über Gott Gab es einen Gott? Vor ein paar Jahren fragte mich ein Student: “Was halten Sie für die größte Überraschung in Ihrem Leben?” Und ich sagte, die größte Überraschung in meinem Leben sei die Kürze des Lebens Es vergeht so schnell Aber das muss nicht zwangsläufig so sein Wernher von Braun kam nach dem Zweiten Weltkrieg zu dem Schluss, Zitat: “Wissenschaft und Religion sind keine Gegner Im Gegenteil, sie sind Schwestern.” Er sprach von seiner persönlichen Erfahrung Ich kannte Dr. von Braun sehr gut Er sagte: “Persönlich kann ich nur sagen dass die Erhabenheit des Kosmos nur dazu dient, den Glauben an die sichere Existenz eines Schöpfers zu bestätigen Und er fuhr fort: Auf unserer Suche nach Gott bin ich zu dem Glauben gelangt, dass das Leben von Jesus Christus im Zentrum unserer Anstrengungen und Gedanken stehen sollte Die Realität seines Lebens und seiner Auferstehung ist die Hoffnung des Menschen.” Ich habe viele Vorträge in Deutschland und in Frankreich und in anderen Teilen der Welt gehalten In 105 Ländern durfte ich bereits Reden halten Und eines Tages wurde ich auch eingeladen

Kanzler Adenauer zu besuchen, der gleichsam als Gründer des modernen Nachkriegsdeutschlands galt Und der sagte einmal zu mir: “Junger Mann”, sagte er, “glauben Sie an die Auferstehung von Jesus Christus?” Und ich sagte: “Jawohl.” Und er antwortete: “Ich auch.” Er sagte: “Wenn ich mich aus meinem Amt zurückziehe, dann habe ich vor, ein Buch darüber zu schreiben, warum Jesus Christus auferstanden ist und warum es so wichtig ist, daran zu glauben.” In einem seiner Theaterstücke beschreibt Alexander Solschenizyn einen Mann, der im Sterben liegt und der zu denen, die um sein Bett versammelt sind, sagt: “Der Augenblick, wenn es schrecklich ist, Reue zu fühlen, ist der Augenblick des Sterbens.” Wie sollte man so leben, dass man nichts bereuen muss, wenn man stirbt? Blaise Pascal hat sich genau diese Frage im Frankreich des 17. Jahrhunderts gestellt Pascal wurde der Architekt der modernen Zivilisation genannt Er war ein hervorragender Wissenschaftler, ein Wegbereiter der Mathematik schon als Teenager Er wird von vielen als Begründer der Wahrscheinlichkeitsrechnung und als Erfinder des ersten Computermodells angesehen Und natürlich sind Sie alle mit der Computersprache vertraut, die nach ihm benannt wurde Pascal stellte gründliche Nachforschungen an über unser dreifaches menschliches Dilemma: das Böse, das Leid und den Tod Er war erstaunt über das Phänomen, über das wir gerade nachgedacht haben: dass nämlich Menschen Außergewöhnliches erreichen können, in der Wissenschaft, in der Kunst, im Geschäftsleben, und doch gleichzeitig voll Zorn und Heuchelei sind und sich selber hassen Pascal hielt uns für eine merkwürdige Mischung aus Genie und Selbsttäuschung Am 23. November 1654 hatte Pascal ein tiefes religiöses Erlebnis In seinem Tagebuch notierte er folgende Worte: “Ich unterwerfe mich voll und ganz Jesus Christus, meinem Erlöser.” Ein französischer Historiker sagte zwei Jahrhunderte später: “Selten hat sich ein so mächtiger Geist mit so großer Demut der Autorität von Jesus Christus unterworfen.” Pascal kam nicht nur zu der Überzeugung, dass die Liebe und Gnade Gottes unseren Einklang mit uns selbst wiederherstellen können, sondern er glaubte auch, dass ihm seine eigenen Sünden und Fehler vergeben werden konnten und dass er bei seinem Tod zu einem Ort kommen werde, der sich Himmel nannte Er machte diese Erfahrung auf eine Weise, die jenseits wissenschaftlicher Betrachtung und Vernunft lag Er war es, der die berühmten Worte schrieb: “Das Herz hat seine eigenen Gründe, von denen unser Verstand nichts weiß.” Genauso berühmt ist Pascals Wette Im Wesentlichen sagte er Folgendes: “Wenn du auf Gott setzt und dich Seiner Liebe öffnest, verlierst du nichts, selbst dann nicht, wenn du dich irrst Wenn du aber stattdessen wettest, dass es Gott nicht gibt, dann kannst du alles verlieren, in diesem Leben und im zukünftigen.” Für Pascal verblasst die wissenschaftliche Erkenntnis neben der Erkenntnis Gottes Die Erkenntnis Gottes übertraf alles, was ihm jemals in den Sinn gekommen war Er war bereit Ihm gegenüberzutreten, als er im Alter von 39 Jahren starb König David wurde 70 Jahre alt – eine langes Leben für sein Zeitalter Aber auch er musste sterben, und da schrieb er folgende Worte: “Obwohl ich durch das Tal des Schattens des Todes wandere, werde ich mich vor keinem Übel fürchten, denn Du bist bei mir.” Das war Davids Antwort auf das dreifache Dilemma vom Bösen, vom Leid und vom Tod Es kann auch Ihre Antwort sein, wenn Sie den lebendigen Gott suchen und Ihm erlauben, Ihr Leben zu erfüllen und Ihnen Vertrauen in die Zukunft zu schenken Als ich 17 Jahre alt war, (ich wurde auf einer Farm in North Carolina geboren und großgezogen) da habe ich jeden Morgen die Kühe gemolken, und auch jeden Abend, wenn ich von der Schule wieder nach Hause kam Es gab insgesamt zwanzig Kühe, für die ich verantwortlich war Ich arbeitete also auf der Farm und versuchte gleichzeitig mit der Schule Schritt zu halten Auf der Highschool schaffte ich keine guten Noten, auch nicht am College, bis eines Tages etwas mit meinem Herzen passierte: Ich stand Auge in Auge Christus gegenüber Er sagte: “Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.” Können Sie sich das vorstellen? “Ich bin die Wahrheit

Ich bin die Verkörperung jeder Wahrheit.” Er war ein Lügner Oder Er war verrückt Oder Er war, was er behauptete Was war Er wirklich? Ich musste eine Entscheidung treffen Ich konnte keine Beweise dazu führen Ich konnte die Sache nicht in ein Labor bringen und damit Versuche anstellen Aber auf Grund meines Glaubens sagte ich: Ich glaube Ihm, und er kam in mein Herz und veränderte mein Leben Jetzt bin ich, wenn ich den Ruf höre, bereit, zu Gott zu gehen Dankeschön, und Gottes Segen mit Ihnen (Applaus) Danke für Ihr Entgegenkommen. Es war großartig (Richard Wurman:) Du hast es geschafft Danke [undeutlich] (Applaus)