Reise in den Iran | Ein Schweizer sucht nach seinen persischen Wurzeln (2/2) | Doku | SRF DOK

(Ich bin Salar Patrick Bahrampoori, und das ist meine Geschichte.) (40 Jahre nach der Flucht meiner Familie will ich zurück in den Iran.) (Zusammen mit meinem Freund Reto Wettstein.) (Wir fahren den gleichen Weg wie auf der Flucht 1980, in umgekehrter Richtung.) (Wir haben uns zwei Jahre vorberei- tet, sind durch acht Länder gefahren, fast 5’000 km, bis zur iranischen Grenze, um herauszufinden, wer ich bin und woher ich komme.) (Als 1980 der Erste Golfkrieg ausbrach, war ich eineinhalbjährig.) (Unter Beschuss mussten meine Eltern mit mir und meinem Bruder unser Zuhause in Teheran verlassen.) (Wir flohen in die Schweiz und fingen ein neues Leben an.) (Ich bin in Chur aufgewachsen und habe das KV gemacht.) (Als ich 22 war, starb mein Vater.) So, jetzt gehen wir – Ja, das ist gut Wir sind im Iran, wir sind im Iran (Mit 39 bin ich an einem Punkt, an dem ich mehr wissen muss.) (Das kann ich nur, wenn ich von ganz vorne anfange, im Iran.) (Ein Abenteuer: Weil uns Papiere fehlen, wird unser Auto an der iranischen Grenze beschlagnahmt.) (Es ist das erste Mal seit dem Tod meines Vaters, dass ich im Iran bin, in meinem Vaterland.) (Statt mit unserem Auto geht es mit dem Taxi weiter.) Wir haben viel Stutz liegen gelassen, haben kein Auto mehr Wir sind im Iran Ich bin gerade etwas durch den Wind Gurtpflicht haben sie auch da * Hupen * Schau, der Motor liegt dort unten * Orientalische Streichmusik * * Orientalische Saitenmusik * (Wir fahren nach Teheran – zu meiner Instagram-Freundin Samira.) (Für unsere Weiterfahrt bietet sie uns ihr Auto an.) (Samira empfängt uns mit ihrem Mann Yusouf zu einem iranischen Frühstück.) * Heitere Musik * Mir wird halb schlecht * Meckern * Das ist das Maul – Nein! That’s great – What you want

Even if the Kebab smells too much, I can’t My God! Ich weiss nicht, wie ich danken soll Wir fahren mit ihrem Auto weiter Sie hat uns vorher schon geholfen, mit allen Papieren und allem * Sie sprechen Farsi. * * Orientalische Musik mit Gesang * Der Verkehr, schau das mal an! Jetzt bin ich froh, sind wir wieder selber unterwegs und können fahren V.a. da, auf der Spurensuche meiner Familie (Wir sind unterwegs in eine der eindrücklichsten Städte der Welt: Isfahan.) (In dieser Stadt wollte mein Vater unserer Familie die persische Kultur näherbringen, in den Sommerferien, als ich 14-jährig war.) (Ich erinnere mich, wie glücklich mein Vater in seiner Heimat war.) Es tut richtig gut, jetzt da zu sein * Intensive Streichmusik * (In Isfahan treffen wir eine Freundin von Samira – Samin.) Ich glaube, da ist sie Schau mal, das könnte sie sein! (Sie zeigt uns die Schönheit ihrer Stadt – und die Universität, in der mein Vater unterrichtet hat.) * Sie sprechen Farsi und Englisch. * Auf Wiedersehen! (Hier in Isfahan erkenne ich den Iran wieder, der meine Heimat hätte werden sollen.) (Ein Iran, der mit dem Bild der west- lichen Medien so wenig zu tun hat.) Royal Wedding! – (Aber welches ist das wahre Bild?) (Was sind Erinnerungen wert, die sich im Nichts auflösen, wie das siebenfache Echo in dieser Moschee?) * Verhallendes Echo * * Entspannte Saitenmusik * Ich habe als Kind immer Karottensaft getrunken In der Schweiz ist er fast uner- schwinglich, man findet ihn fast nie Darum siehst du so gut Darum sehe ich so gut und habe eine Brille, seit ich zehn bin Das ist für mich das Grösste Ich könnte den ganzen Tag Karottensaft trinken Das sollte ich öfter tun Das ist im Iran ein normales Getränk “Zum Wohl” heisst “Salamati” Hoppla, schon reingelaufen Es gibt so viele Regeln in dem Land Ich kenne nicht alle Er hat schon komisch geschaut – Ja, warum? “Salamati” sagst du zum Anstossen mit Alkohol, das ist ja hier nicht so … Aber eben, ich kenne nicht alle Regeln (Wir sind auf Spurensuche meines Vaters.)

Mein Vater hat an dieser Universität 1970/71 zwei Jahre Sportwissenschaften unterrichtet Er hat Sportlehrer ausgebildet Es fährt mir schon ein, wie er hier reingefahren sein muss Ich weiss einfach, mit wie viel Liebe und Passion er das gemacht hat Der Sport war wirklich sein Leben Irgendwie habe ich das vielleicht auch von ihm Mir geht es ja gleich Ja, es freut mich sehr, dass ich das mal sehen kann Das tut gut Schön, ich war hier. Ich freue mich, das meinem Bruder zu schicken Und Mama! * Orientalische Popmusik * * Samin singt mit. * Ich war als Kind hier und habe mir vorgestellt, dass da ein tiefer Fluss ist Jetzt sieht man: Der ist weder tief noch sonst was Es sind einfach die 33 wunderschönen Pfeiler, darum heisst es Si-o-se Pol Wir spazierten hier, tranken Tee in den Teehäuschen unter der Brücke Heute hat der Fluss kein Wasser mehr Das wollte ich anschauen Jetzt kann man auf dem Grund des Flusses gehen, das ist schade Allerdings gehe es noch zwei, drei Tage, dann komme wieder Wasser Es kommt und geht, wird irgendwo gestaut Aber sie haben Wassernotstand hier im Iran, und es ist kein schönes Bild (Wir haben uns von Samin verabschiedet und fahren nach Gharghab.) * Fröhliche Musik * (In Gharghab wohnen der Cousin meines Vaters und dessen Frau.) (Beide habe ich 25 Jahre nicht mehr gesehen.) Wo sind wir hier? – Keine Ahnung Irgendwo im Nirgendwo, und das heisst: Behest Sind wir? Behest heisst Paradies, glaube ich * Klagende Streichmusik * * Düstere orientalische Musik * Da siehst du: Da ist nichts Hier gibt es keine Uhr Hier wird es mal hell und mal dunkel Jetzt weiss ich, warum das nicht auf der Karte ist Ist es nicht auf der Karte? – Nein, ich habe es nicht gefunden Da ist ein Schwimmbad Ja, das war einmal alles sehr schön, das ist jetzt recht runtergekommen * Hundebellen * * Knurren * Salam! (Mit der Iranischen Revolution wurde das Ackerland an Bauern verteilt.)

(Meinen Verwandten blieb ein Leben hinter Mauern.) * Bellen * Ah, that’s Vali-Khan? Vali-Khan Oh, good man – Yes Das sind sie und ihr Mann, hier, wo wir jetzt sind Mein Vater Mit dem Anzug. Das ist mein Vater Baba Lustig, ich habe meinen Vater noch nie so jung gesehen * Klagende Streichmusik * (Wir fahren 30 km weit zum ehemaligen Familienlandsitz.) (Dort verbrachte mein Vater in der Jugend glückliche Zeiten.) * Sphärische orientalische Klänge * (Von hier stammt meine letzte Erinnerung zusammen mit meinem Vater im Iran.) Das ist alles von unserer Familie, das ist alles Bahrampoori Die Brücke Das ist es, ich habe es so im Kopf Du hast doch das Bild auch gesehen Ja, ich habe es auch so im Kopf Seit der Familie das abhanden gekommen ist durch die Landesreform, ist er nicht mehr hierhergekommen, 40 Jahre Ich war mit 14 mit meinem Vater hier Da hatte es noch viel mehr Wir waren dort vorne, das war alles in Betrieb Wir haben hier noch Da hatte es Wasser Da war ich als Kind in den Ferien, da haben wir noch irgendwo gehaust, in so einem Haus

* Sie sprechen Farsi. * Sein Grossvater wurde da drin erschossen von irgendwelchen Räubern Wie das in 25 Jahren kaputtgegangen ist Da lebten noch Leute drin Wahnsinn Kannst du dir vorstellen, dass diese Zeit mit deiner Familie zusammenhängt? Schon krass, oder? Es ist einfach eine wahnsinnige Familiengeschichte Es war eine grosse Familie, sie waren Grossgrundbesitzer Wenn man heute sieht, was aus allem geworden ist, ist es schon Es tut einem weh * Klagende Flötenmusik * Hey, das ist ja Wenn sie es schon weggenommen haben, hätten sie es pflegen sollen Man hätte es aufrechterhalten können, aber einfach so vergammeln lassen, tut einfach weh * Klagende orientalische Klänge * Es war das Ziel der Reise, wirklich da zu sein, eines der ganz grossen Ziele, ein Hauptziel Und jetzt sind wir hier Aber für mich ist hier der letzte iranische Kontaktpunkt mit meinem Vater Deshalb ist es schön, hier zu sein Leider ohne ihn Auch das ist das Leben, die Vergänglichkeit Das war etwas, das für mich wohl nie abgeschlossen ist, weil es mich mit dem Iran und meinem Vater verbindet * Melancholische Flötenmusik * (Mein Vater und sein Cousin ver- brachten ihre Kindheit in Mahallat.) (Wir fahren in die Strassen ihrer Vergangenheit.) In diesem Quartier waren sie daheim, sind aufgewachsen und haben gelebt Das sind wirklich Erinnerungen von mir, all diese Gerüche Das Ghormeh Sabzi, das ist Minze, ganze Säcke voll (Und dann merken wir, dass wir beobachtet werden.) Kannst du mal die Kamera ausschalten? Ich weiss nicht, wohin die jetzt verschwunden sind Plötzlich waren sie weg – Ja Wie auch er – Er ist da im Auto Er verfolgt uns Mir ist der Hunger leicht verflogen Wir wurden gerade das erste Mal kontrolliert, völlig okay, aber mir ist es ein bisschen eingefahren * Melancholische Klänge * (Freiheit.)

(Tun und lassen zu können, was man will, zu reisen, wie man will.) (Für mich vielleicht die wichtigste Erfahrung: wie grossartig Freiheit ist.) (Und wie hart es sein muss, wenn man sie nicht hat.) (Samira ruft an und erzählt, dass all unsere Kontaktpersonen befragt wurden.) (Sie bürgt für uns.) (Aber jetzt fühlen wir uns bedroht.) * Salar spricht Farsi. * I call you later Bye-bye Hey! Sie sagte: Hätten wir den Brief nicht gehabt, wären wir jetzt in Golpayegan in der Kiste Und auch nicht so schnell rausgekommen Sie wollten die ganze Story hören Sie glaubt, damit ist es beendet Aber sie würde uns raten, jetzt Richtung Teheran zu fahren Machen wir. Gehen wir! Ja, wir müssen Machen wir uns auf den Weg! * Düstere Klänge * Es war sehr schön hier bei der Familie Vom Herz und der Familie her war das das Schönste und Beste Ich glaube, mein Vater wäre mega glücklich, dass ich die Reise mache. Und stolz Stolz ist vielleicht das falsche Wort Ich glaube, er wäre einfach froh, denn er wollte uns diese Kultur immer mitgeben Ich merke, dass ich dem zu viel Zeit gelassen habe Aber es ist, wie es ist Es ist nie zu spät Aber es ist gut, dass ich es jetzt mache * Düstere Klänge * (Zurück in Teheran.) (Unsere Reise fühlt sich anders an, seit wir kontrolliert wurden.) (Das schlechte Gefühl bleibt – aus gutem Grund.) Das ist die Polizei Was will jetzt der wieder von uns, mein Gott? Was soll ich hier? Hier stehen bleiben oder was? Hey! Jetzt ist plötzlich gut Ja, aber ich kann jetzt wirklich nicht mehr. Fuck! Wirklich, ich mag nicht mehr – Fahr einfach! Ich kriege es langsam mit den Nerven Kannst du auch nicht mehr? Nein, ich kann auch nicht mehr Ich habe gefragt: “Wer hat gesagt, dass wir filmen?” Er konnte es mir nicht sagen Wir seien gemeldet worden, er müsse der Sache nachgehen Jetzt ist alles okay Meine Nerven sind jetzt wirklich * Hupen * am Anschlag Mir vergeht momentan mega die Lust, hier überhaupt noch etwas zu machen Überall muss man sich rechtfertigen Ich habe die ganze Zeit das Gefühl, ich mache etwas Illegales, grässlich * Hupen * Es reicht jetzt wirklich Ich will nur noch in die Berge und fertig Und einfach nach Hause, einfach nach Hause Wenn ich könnte, würde ich heute in den Flieger steigen und gehen * Melancholische Klaviermusik * (Der Roadtrip geht weiter – mit einem Geschenk des Himmels: Taxifahrer Akhbar.) Er sagt, Gott habe so Leute wie uns sehr gern

Respekt ist sehr wichtig in dieser Kultur Es ist Wahnsinn: Jeder hilft dem anderen, zeigt ihm den Weg und sagt ihm: “Ich bin dein Engel”, “Ich bin der Schmutz unter deiner Fusssohle”, “Du bist mein Herz”, “Sei mein Gast”, “Ich möchte dein Sklave sein” Das sind alles Höflichkeitsformen in einer wahnsinnig blumigen, schönen Sprache, mit grossem Respekt So wie ich gestern ausgerastet bin, das ist höchst – höchst! – unanständig Das kann man nicht machen, das passiert ihnen nicht Mir ist auch das Haus wichtig, in dem meine Eltern gelebt haben, bevor wir gegangen sind, den Iran verlassen haben Ich habe ihm die Adresse gezeigt, meine Mama hat sie aufgeschrieben Er weiss, wo es ist, es sei nicht weit weg Ich hoffe, dass wir noch dorthin kommen. Inshallah! * Orientalische Streichmusik * Wie ein Esel ist der da rausgefahren Das ist der Moment, in dem du mit dem Leben abgeschlossen hast: Du kaufst einen Töff in Teheran, wirklich Ich bin wirklich schon viel gereist in meinem Leben, aber so ein Chaos habe ich noch nie gesehen Aber es ist unglaublich, wie ruhig die Leute bleiben Das ist hier einfach Alltag * Entspannte Folk-Musik: “Line of Fire” von Junip * # What would you do if it all came back to you? # Each crest of each wave bright as lightning # What would you say if you had to leave today? Je länger ich hier bin, desto mehr kann ich verstehen Und sehe, wie schwierig das gewesen sein muss, den schönen Ort zu verlassen, doch nicht im Krieg leben zu wollen mit den Kindern Durch Mami, das Studium des Vaters und seine Arbeit in der Schweiz hatten wir die Möglichkeit zu gehen Ich bin meinen Eltern sehr dankbar, dass ich diese Möglichkeit hatte Und dass der persische Teil in mir doch da ist und wachsen konnte Er ist in mir und jetzt wecke ich ihn wieder Ich sehe: Ein Stück weit bin ich es, aber nicht ganz Am Schluss bin ich wohl wirklich ein Mix * Friedliche orientalische Klänge * Er will einfach Das ist so persisch Er will uns einfach eine gute Zeit bereiten Darum geht es ihm heute Es ist sekundär, was wir Wir kommen noch zu den Orten, an die wir wollen Das ist einfach sehr persisch Da ist so viel Güte und Liebe Ich weiss nicht Man muss es selbst erlebt haben Ich muss wohl nachher eine Zigarette mit ihm rauchen, das ist ihm wichtig Ich weiss nicht, was ich sagen soll, wenn man etwas wirklich will, wie man das durchsetzt Das habe ich noch nicht verstanden * Sie sprechen Farsi. * So eine kleine Zigarette – Reza “Reza”, du musst auch eins nehmen Das hat mit Anstand zu tun Ich rauche eigentlich nicht Aber jetzt machen wir das * Reto lacht. * Er würde mir das übel nehmen Würde ich nicht rauchen, würde er das nicht verstehen Deshalb mache ich es Aber ich merke es schon im Kopf Wenn man es nicht gewohnt ist, ist schon noch starker Tabak * Sphärische Klänge * Wir sind ja auf der Spurensuche meiner Familie Ich möchte sehen, wo wir das Ende gefunden haben im Iran Denn es war Krieg zu dieser Zeit Dann die Entscheidung meiner Eltern: “Jetzt ist es zu gefährlich, wir gehen.” Und mir ist auf dieser Reise wichtig, diesen Punkt zu sehen Aha! das hat meine Mama gesagt, da geht es nach hinten Es ist eine Einbahnstrasse Das hinterste Haus muss das Haus gewesen sein Vielleicht ist es das

Sie hat gesagt: Sackgasse, das hinterste Haus Ich gehe davon aus, dass es abgerissen wurde Ich weiss es nicht Jedenfalls ist es hier Das hinterste Haus, was heisst das? * Eindringliche Klaviermusik * Ich stelle mir nur vor, wie das ist, wenn da Bomben einschlagen, wenn Krieg ist, du hast zwei kleine Kinder, eineinhalb und drei Du packst deine Sachen Das einzige Geld, das sie mitgenommen haben, war im Buggy Sie haben die Noten in die Röhren gerollt Sie sind gegangen, haben ihre ganze Existenz stehen und liegen lassen Das kann sich niemand vorstellen, der es nicht erlebt hat, inkl. ich Daher kommt auch diese Wut in mir, wenn ich Leute bei uns höre, die sagen, da kommen irgendwelche Leute aus dem Ausland Die kommen nicht aus Spass Was für eine Arroganz muss in einem sein, wenn man so denkt? Man verlässt sein Land nirgends einfach zum Spass Meine Eltern sagen nicht: “Wir sind geflüchtet.” Sie wollten keine Flüchtlinge sein Aber schlussendlich war es eine Flucht Das ist happig Das Leben, das ich in der Schweiz führen darf, in einem der besten Länder der Welt, mit allen Möglichkeiten Was soll man da sagen? Klar ist das besser und klar schätze ich das Und es wird mir auf diesem Trip recht bewusst. Ja Hier würde jetzt vielleicht unser Name stehen, wenn wir geblieben wären Das wäre auch ein Leben gewesen Es ist irgendwie schön zu sehen, wo meine Eltern waren Es ist ein ruhiger Ort Ja, hier hat mein Schweizer Leben angefangen, ja * Melancholische Klänge * (Darband Sar, 70 km von Teheran entfernt.) (Samira und ihr Mann Yusouf haben uns mit Kollegen in ihre Ferienwohnung eingeladen.) (Es ist unser letzter Tag im Iran.) Wir haben es fast geschafft – Wir haben es fast geschafft Ich kann fast nicht mehr Ich habe geschwollene Augen So wenig habe ich geschlafen * Entspannte Rockmusik, lautes Gähnen * * Sie sprechen Englisch. * Ich geniesse es noch, bald geht es nach Hause Dann gibt es das nicht mehr so * Rockiger Indie-Song: “Villain” von Junip * Endlich Ski fahren im Iran, darauf habe ich lange Jahre gewartet # Never mind what kept you going now # Never mind, never mind Jetzt ist es gut, wir sind da Mich freut es, in den Bergen zu sein Hier fühle ich mich zu Hause Wäre ich im Iran aufgewachsen, wäre ich hier in der Hocke und nicht auf der Corviglia, in Laax oder Zermatt auf einem Berg Dann wäre ich halt hier und würde wohl dasselbe machen Es macht richtig Spass heute * Sanfte orientalische Klänge * Ich habe ja gedacht, ich finde hier Antworten,

glaube aber, dass es mich eher aufgewühlt hat Es hat mir auch Antworten gegeben, klare Antworten, aber es ist jetzt nicht fertig Es war mir wichtig, die Spuren meines Vaters zu finden Das habe ich in meinem Leben ehrlich gesagt verdrängt Jetzt habe ich gemerkt, dass es mich viel mehr berührt, als ich all die Jahre gedacht oder zugelassen habe Willst du den Brief an deinen Vater noch lesen oder nicht? Ich glaube, es würde mich jetzt sehr mitnehmen, weisst du Aber es wäre eigentlich gut für mich, um es abzuschliessen (Einen Monat vor dem Tod meines Vaters – er war knapp 61, ich 22 – schrieb ich ihm einen Brief.) (Einen Abschiedsbrief.) (Seither habe ich es nicht mehr geschafft, ihn zu lesen.) (Ich habe ihn aber auf diese Reise mitgenommen.) * Entspannte Folk-Musik: “Line of Fire” von Junip * # If put to the test, # would you step back from the line of fire? # Hold everything back, all emotion set aside it # Takes you as you fall, no one else around you # No one to understand you, no one to hear your calls # Look through all your dark corners # You’re backed up against the wall # Step back from the line of fire Ich bin froh Man muss sich den Sachen stellen Es ist einfach so im Leben, egal bei was, bei allem Jetzt haben wir das gemacht auf dieser Reise von A bis Z Ich habe mich nichts entzogen Der Brief war für mich das Schwierigste, das wollte ich bis zum Schluss nicht Weil ich wusste, dass es verdammt wehtut Jetzt ist alles gemacht – jetzt kann man nach Hause